Beiträge zu ‘(1) Systempluralismus’

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Der Ewigkeitsfilter fällt weg

 

Dies gelesen: Die Stabilität der Welt ist nichts anderes als eine durch die menschliche Kurzlebigkeit erzeugte Illusion. (…) Bis ins 19. Jahrhundert waren die Veränderungen stets viel grossräumiger als die Lebensgeschichte des einzelnen Menschen. Insofern konnte einem das allgemeine Driften halbwegs egal sein. Im 20. Jahrhundert fällt der Ewigkeitsfilter, der das Weltbild so lange stabilisiert hat, allmählich weg. Und das ist zweifellos ein genuin modernes Phänomen: Die Veränderungen haben sich so sehr beschleunigt, dass sie innerhalb der eigenen Lebensgeschichte auffällig werden. (…) Unsere Situation ähnelt jener Alt-Ägyptens in einem Intervall zwischen zwei Dynastien: Ein älteres pharaonisches Regime ist zerfallen, ein neues hat sich noch nicht etabliert, der Nil macht unterdessen, was er will, er überschwemmt die Landstriche, die Dörfer, die Tempel. Die Sitten verwildern, die Gerechtigkeit ist obdachlos.(Quelle: René Scheu im Interview mit Peter Sloterdijk: «Die Sitten verwildern, die Gerechtigkeit ist obdachlos» in: NZZ, 30.3.2018) 

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Digitaler Jetlag

 

Im Alltag sind wir längst im digitalen Zeitalter angekommen. Mit unserer inneren Uhr dagegen verharren wir in den Denk- und Handlungsmustern der Industriegesellschaft. Wir befinden uns in einer Art digitalem Jetlag. Diese zeitliche Asymmetrie führt zu Ungleichgewichten, Fehlanpassungen, zu sozialen Problemen und Konflikten. Für uns alle liegt die Herausforderung darin, dass man in Zeiten des rasanten Wandels nicht weiss, wohin die Reise geht. Will man Zukunft, muss man akzeptieren, dass diese unberechenbar ist. Sicher ist einzig, dass sich die durch den technologischen Paradigmenwechsel angestossenen Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik nicht umkehren lassen. Es gibt keinen Reset-Knopf, der die Nachkriegsordnung zurückbringt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und vor allem zu welchem Preis wir den digitalen Jetlag hinter uns lassen. http://freeenterprise.ch/wp-content/uploads/03_referat_digitalerjetlag_feb_2017_web.pdf

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Und bist Du nicht willig, so brauch ich Geduld

Das Resultat ist eindeutig: Das Schweizer Volk vertraut zwangsfinanzierten Medien. Nur, auch diese klare Mehrheit wird den technologischen Wandel nicht aufhalten: „Das Internet verändert die Gesellschaft gravierend, ich würde sogar den Begriff „Revolution“ dafür nehmen. Es gibt eine grundlegende Machtverschiebung vom Anbieter zum Nachfrager. (…) Und wenn es darum geht zu überlegen, was müssen wir ändern, dann bin ich bereit, mich entspannt zurückzulehnen. Weil diese Systeme werden eine solche Dynamik entfalten, dass wir es uns schlicht und einfach nicht leisten können, uns nicht zu verändern. Und insofern kann man sagen: Und bist Du nicht willig, so brauch ich Geduld.“  (Prof. Dr. Peter Kruse, Deutscher Bundestag, 4. Sitzung der Enquete Kommission Internet und digitale Gesellschaft, 2010)

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Ohne Widerstand geht es nicht

 

Von Jacob Burckhardt stammt die Erkenntnis, dass Geschichte nicht klug für ein andermal, sondern weise für immer macht. Es geht nicht um Rezepte, sondern um Erkenntnisse. Dies gilt auch für die Herausforderungen, die mit einem Strukturwandel verbunden sind. Immer waren innovative Unternehmer die treibenden Kräfte. So auch im 18. Jahrhundert in St.Gallen, in der Zeit der Leinwandkrise. Wohl kein Zufall ist, dass diese als Einwanderer oder als europaweit tätige Kaufleute in der Stadtpolitik nur eine untergeordnete Rolle spielten. Ihre Unabhängigkeit erlaubte es ihnen, Bestehendes in Frage zu stellen und mit neuen Produkten und vor allem mit einer neuen Produktionsweise auf veränderte Bedürfnisse und Rahmenbedingungen zu reagieren. Der Weg aus der Leinwandkrise führte nicht über politisch motivierte Sicherheitsversprechen und die Garantie des Status Quo. Entscheidend waren vielmehr veränderungsbereite Persönlichkeiten, die nicht den mit dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel verbundenen Gegenwind bekämpften, sondern die Segel neu setzten.

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Management Wissen

Die Luft der Freiheit weht

 

Obwohl wir uns erst am Anfang der digitalen Transformation befinden, ist absehbar, in welche Richtung wir unterwegs sind. Dank den Kundenbewertungen in Tripadvisor finden wir ein kleines Boutiquehotel in Bordeaux. Uber macht aus Privatpersonen Taxiunternehmer und mit Airbnb buchen wir Gästezimmer in privaten Haushalten. Dies alles im Sinne einer direkten Verknüpfung privater Interessen und unter Ausschluss staatlich geschützter Monopole und Kontrollinstanzen. Wunderbar. Die eigene Entscheidungsfähigkeit, die eigenen Kompetenzen und der eigene Mut zum Risiko melden sich zurück. Daran werden auch die Proteste der Nutzniesser staatlicher Sicherheitsversprechen nichts ändern.

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Dies glesen: Das gedacht: Politik

Resignation oder Realismus?

 

Dies gelesen: In der gefühlten Machtlosigkeit der Jugend drückt sich vor allem Resignation aus. Man hat nicht den Eindruck, dass die Politik überhaupt noch eine Rolle spielt. (Tagesanzeiger vom 13.1.2015, Interview mit Philipp Ikrath). Das gedacht: Wird hier nicht Resignation mit Realismus verwechselt? Hat die Jugend nicht vielmehr schon längst gemerkt, dass es in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung auch der Politik nicht gelingen wird, den Pudding an die Wand zu nageln?

Politik

Stossende Zwangsabgaben

Christoph Eisenring, NZZ online vom 1.1.2015

(…) Ein Zwang, die Leistungen einer bestimmten Firma zu beziehen, ist in einer Marktwirtschaft ein dreister Vorgang. In der Herbstsession hat indes auch das Parlament in Bern beschlossen, ab 2018 diesen Weg zu gehen und eine «Mediensteuer» für die SRG einzuführen. Gegen die Gesetzesrevision wurde das Referendum ergriffen.

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Wissen

David vs. Goliath

 

Vergleicht man privat gehaltene mit börsenkotierten Unternehmen, dann geht es nicht darum, wer besser oder schlechter, effizienter oder bürokratischer ist. Entscheidend ist vielmehr, dass es um unterschiedliche Strukturen mit unterschiedlichen Spielregeln geht. Das Ziel bestimmt die Strategie, die Strategie bestimmt die Struktur.

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