Beiträge zu ‘(2) Entgrenzung’

Politik Wissen

Die Macht der Nutzer

 

Dies gelesen: EU will Facebook-Algorithmen regulieren (Quelle: ZEIT ONLINE, 17.4.2018) Das gedacht: Globale soziale Netzwerke lassen sich nicht wie die Einfuhr von Aprikosen kontrollieren. Im digitalen Universum liegt die Macht bei den Nutzern. Wer nicht zufrieden ist, löscht seinen Account, meldet sich ab. Für die Politik eine Horrorvorstellung. Nicht nur in der EU.

Politik Wissen

Der Ewigkeitsfilter fällt weg

 

Dies gelesen: Die Stabilität der Welt ist nichts anderes als eine durch die menschliche Kurzlebigkeit erzeugte Illusion. (…) Bis ins 19. Jahrhundert waren die Veränderungen stets viel grossräumiger als die Lebensgeschichte des einzelnen Menschen. Insofern konnte einem das allgemeine Driften halbwegs egal sein. Im 20. Jahrhundert fällt der Ewigkeitsfilter, der das Weltbild so lange stabilisiert hat, allmählich weg. Und das ist zweifellos ein genuin modernes Phänomen: Die Veränderungen haben sich so sehr beschleunigt, dass sie innerhalb der eigenen Lebensgeschichte auffällig werden. (…) Unsere Situation ähnelt jener Alt-Ägyptens in einem Intervall zwischen zwei Dynastien: Ein älteres pharaonisches Regime ist zerfallen, ein neues hat sich noch nicht etabliert, der Nil macht unterdessen, was er will, er überschwemmt die Landstriche, die Dörfer, die Tempel. Die Sitten verwildern, die Gerechtigkeit ist obdachlos.(Quelle: René Scheu im Interview mit Peter Sloterdijk: «Die Sitten verwildern, die Gerechtigkeit ist obdachlos» in: NZZ, 30.3.2018) 

Politik Wissen

Digitaler Jetlag

 

Im Alltag sind wir längst im digitalen Zeitalter angekommen. Mit unserer inneren Uhr dagegen verharren wir in den Denk- und Handlungsmustern der Industriegesellschaft. Wir befinden uns in einer Art digitalem Jetlag. Diese zeitliche Asymmetrie führt zu Ungleichgewichten, Fehlanpassungen, zu sozialen Problemen und Konflikten. Für uns alle liegt die Herausforderung darin, dass man in Zeiten des rasanten Wandels nicht weiss, wohin die Reise geht. Will man Zukunft, muss man akzeptieren, dass diese unberechenbar ist. Sicher ist einzig, dass sich die durch den technologischen Paradigmenwechsel angestossenen Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik nicht umkehren lassen. Es gibt keinen Reset-Knopf, der die Nachkriegsordnung zurückbringt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und vor allem zu welchem Preis wir den digitalen Jetlag hinter uns lassen. http://freeenterprise.ch/wp-content/uploads/03_referat_digitalerjetlag_feb_2017_web.pdf

Management Wissen

Die Luft der Freiheit weht

 

Obwohl wir uns erst am Anfang der digitalen Transformation befinden, ist absehbar, in welche Richtung wir unterwegs sind. Dank den Kundenbewertungen in Tripadvisor finden wir ein kleines Boutiquehotel in Bordeaux. Uber macht aus Privatpersonen Taxiunternehmer und mit Airbnb buchen wir Gästezimmer in privaten Haushalten. Dies alles im Sinne einer direkten Verknüpfung privater Interessen und unter Ausschluss staatlich geschützter Monopole und Kontrollinstanzen. Wunderbar. Die eigene Entscheidungsfähigkeit, die eigenen Kompetenzen und der eigene Mut zum Risiko melden sich zurück. Daran werden auch die Proteste der Nutzniesser staatlicher Sicherheitsversprechen nichts ändern.

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Dies glesen: Das gedacht: Politik

Schweizervorrang

 

Dies gelesen: Für das Webmagazin Business Insider UK ist ProtonMail „the hottest startup in Switzerland“. Und wie heissen die Gründer: Wei Sun und Andy Yen. Das gedacht: Dumm gelaufen. Zumindest für die SVP-Schweiz. Irgendwas läuft da mit dem verfassungsrechtlich garantierten Schweizervorrang schief.

Politik

Nationale Einheit als Geschäftsmodell

                                                                                                                                                                                              Mit Schlaumeiereien, wie dem neuen Gebührenmodell für die Finanzierung der staatlichen Medien lassen sich möglicherweise Abstimmungen gewinnen. Nicht aufzuhalten ist aber die Verlagerung des Medienkonsums in die Welt der sozialen Medien, des Streamings und der Nischenangebote. Das Schweizer Fernsehen, dessen typischer Zuschauer knapp zwanzig Jahre älter ist als der Durchschnittsschweizer, mag für eine ältere Generation unverzichtbare Unterhaltung bieten. Mit dem selbstdefinierten Anspruch, einen Beitrag zum Zusammenhalt der verschiedenen Landesteile, zum Austausch zwischen den Sprachregionen und zum gegenseitigen Verständnis der unterschiedlichen Kulturen zu leisten, hat dies wenig zu tun. Auch in diesem Zusammenhang reduziert sich die nationale Einheit auf ein Geschäftsmodell zur Rechtfertigung einer in ihrer Höhe weltweit einzigartigen Mediensteuer. Quelle: „Baustelle Nationalstaat“; IHK-Schriftenreihe Nr. 36; Seite 16; http://www.free-enterprise.ch/wp-content/uploads/2015_Schriftenreihe_Nr36.pdf

Dies glesen: Das gedacht: Politik

Printed in Germany

 

Dies gelesen: Die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich gibt das Lohnbuch heraus. Darin werden auf nicht weniger als 801 Seiten die Schweizer Löhne für alle Berufe und alle Funktionsstufen bis ins letzte Detail definiert. Ein bürokratisches Meisterwerk. Und wo wird das Lohnbuch gedruckt? In Deutschland. Das gedacht: Besser kann man die Sinnlosigkeit verstaatlichter Arbeitsmärkte nicht dokumentieren.

Politik

Eigengoal

Bei der Swissness-Vorlage haben sich einmal mehr die Bauern-Bürokraten durchgesetzt. Die Folge? Nestlé verzichtet bei preissensiblen Produkten auf das Schweizerkreuz. Damit können vermehrt ausländische Rohprodukte eingesetzt oder gar Produktionsstandorte ins Ausland verlagert werden. Swissness – ein weiteres klassisches Eigengoal der Subventionsjäger und Privilegiensammler.

Politik

Realitätsverlust

Ständerat Paul Rechsteiner im Tagblatt vom 2.4. zur Mindestlohn-Initiative: „Tatsache ist aber, dass tiefe Löhne vor allem in Sektoren bezahlt werden, die nicht ausgelagert werden. Der Detailhandel muss zwingend in der Schweiz stattfinden.“ Einkaufstourismus? Online-Handel? Fehlanzeige! Deutlicher kann man den Realitätsverlust der realexistierenden Sozialisten nicht dokumentieren.