«Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.»

Chinesisches Sprichwort

Dies glesen: Das gedacht: Politik

Lehrerlöhne

 

Dies gelesen: Andreas Egli, Vorstandsmitglied des Kantonalen Mittelschullehrerinnen- und Mittelschullehrer-Verbandes St.Gallen: „Unsere Löhne sind nicht mehr konkurrenzfähig.“ (OaS, 20.8.2017) Das gedacht: Die günstigen Lebenshaltungskosten machen die tieferen Löhne in der Ostschweiz mehr als wett. Dies gilt ganz besonders für den staatlichen und den staatsnahen Bereich. Lehrer in der Ostschweiz erhalten im Durchschnitt höhere Reallöhne als in anderen Regionen. (Quelle: ihk.ch)

Politik

Traurig

 

1955 in der Schweiz geboren, gehöre ich zur privilegiertesten Generation der Menschheitsgeschichte. Von Kriegen blieben wir verschont. In den vergangenen sechzig Jahren hat sich unser Wohlstand vervielfacht. Heute geht es selbst Menschen in bescheidenen finanziellen Verhältnissen besser als den Normalbürgern der letzten und den Reichen der vorletzten Generation. Und was machen wir daraus? Wir basteln eine Rentenreform, die sich einseitig bei der jungen Generation bedient. Wer vor 1974 geboren wurde, erhält eine Besitzstandsgarantie, wer später auf die Welt gekommen ist, die Rechnung. Traurig. Wohlstand verdirbt offensichtlich den Charakter. Dies gilt nicht zuletzt für politische Gruppierungen, die bei jeder anderen Gelegenheit das hohe Lied der Nachhaltigkeit und der sozialen Gerechtigkeit predigen.

 

Politik

Brüder im Geiste

 

Bei Donald Trump heisst es „America first“. Bei Paul Rechsteiner „Geld bleibt hier“. Die Rechtspopulisten und die Linkspopulisten sitzen im gleichen Boot. Der einzige Unterschied liegt in der Nachsicht der veröffentlichten Meinung, mit der linke Abschotter rechnen können.

Politik

Links sät, Rechts erntet

 

Daniel Lampart, Voodoo-Ökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, eröffnete die Abstimmungskampagne zur Unternehmensteuerreform III mit einer bemerkenswerten Aussage: „Wenn die Schweiz die Steuern so massiv senkt, wandert das Geld direkt in die Portemonnaies von reichen ausländischen Aktionären.“ Als Beispiel genannt wurde die Herrscherfamilie von Katar. Ohne grosse Umwege hat es Lampart fertig gebracht, mit einigen wenigen Worten sämtliche aktuellen Feindbilder zu bewirtschaften: Reiche, Ausländer, Aktionäre, Muslims. Vergleichbar unterwegs ist SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Ihr Zerrbild sind ausländische Finanzinvestoren, die rudelweise über die Schweiz herfallen und uns unsere Immobilien unter der Nase wegkaufen. Mit ähnlichen Argumenten werden Freihandelsverträge bekämpft. Die beiden SP-Kantonsparlamentarierinnen Agnes Haag und Maria Huber möchten den Kanton St.Gallen zur TISA-freien Zone erklären. Sie wollen verhindern, dass ausländische Anbieter inländischen Unternehmen gleichgestellt werden. weiterlesen

Digitaler Jetlag

Swissloser

 

Der Direktor von swisslos hat es gut. Dank dem Staatsmonopol werden ohne jede Anstrengung Milliardenumsätze erzielt. Damit können der eigene Job vergoldet und die Gewinne als Spielgeld für die kantonale Politik verteilt werden. Dumm nur, dass die Digitalisierung auch diese Pfründe bedroht. Und deshalb fordern die Staatsmonopolisten eine Netzsperre für ausländische Anbieter. Trumpismus in Reinkultur. Roger Fasnacht, der oberste Swissloser, begründet diese Forderung in einem Artikel in der Handelszeitung wie folgt: „Das freie Internet (…) verstösst gegen die Prinzipien der Markwirtschaft“. Es ist zu befürchten, dass diese eigenartige Logik nicht als Fasnachtsscherz gedacht ist. Auch wenn dies die Staatsmonopolisten nie begreifen werden: Es ist klüger, die Gesetze der Realität anzupassen als zu versuchen, die Realität den Gesetzen anzupassen. Wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. (Quelle: Handelszeitung, 23.2.2017)

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Digitaler Jetlag – Kapitel 7

Wind des Wandels

Für uns alle liegt die Herausforderung darin, dass man in Zeiten des rasanten Wandels nicht weiss, wohin die Reise geht. Als James Watt um 1770 mit seinen Ideen den Wirkungsgrad der Dampfmaschine verbesserte, dachte er weder an die Eisenbahn noch an die mit der Industrialisierung verbundenen gesellschaftlichen Verwerfungen. Will man Zukunft, muss man akzeptieren, dass diese unberechenbar ist. Sicher ist ein einzig, dass sich die durch den technologischen Paradigmenwechsel angestossenen Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik nicht umkehren lassen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und zu welchem Preis wir den digitalen Jetlag hinter uns lassen. Wenn der Wind des Wandels dreht, so ein chinesisches Sprichwort, gehört die Zukunft den Menschen, die Windmühlen bauen und nicht denjenigen, die Mauern bauen. Angst, Abwehr und Abschottung sind definitiv keine tauglichen Rezepte. – Ende

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Digitaler Jetlag – Kapitel 6

Halbwertszeit

Aufgelöst werden die Ungleichgewichte und Fehlanpassungen einer kulturellen Phasenverschiebung vielfach erst durch äussere, die eigene Existenz fundamental gefährdende Erschütterungen. Dies zeigt beispielhaft das Ende des Automobilverbots in Graubünden. Erst als der Fremdenverkehr als Folge der gesellschaftlichen und politischen Katastrophen des ersten Weltkrieges in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, passten sich die Positionen der Hoteliers und die politischen Mehrheitsverhältnisse den neuen technologischen Errungenschaften an. Diesem bescheidenen Beispiel eines letztlich positiv weiterlesen

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Digitaler Jetlag – Kapitel 5

Angstabwehr

Wie lässt sich nun aber dieser digitale Jetlag erklären? Warum verfügen Institutionen und Organisationen über so etwas wie eine natürliche Trägheit? Soziale Systeme sind tendenziell für die Ewigkeit gebaut, entwickeln ein eigenes Leben, eine Kultur, eine Individualität, eigene Erscheinungsformen. Jede lebendige Institution versucht, sich selbst in ihrem Status quo zu erhalten. Dieser wird gegen innere und äussere Bedrohungen geschützt und verteidigt. Die Abwehr ist immer Angstabwehr und wird dort aufgeboten, wo es um besonders starke Emotionen geht. Dieses von Heintel und Krainz als Systemabwehr beschriebene weiterlesen

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Digitaler Jetlag – Kapitel 4

Innere Uhr

Menschen lieben den Fortschritt, aber hassen jede Veränderung, so Voltaire. Viele von uns sind mit einem Smartphone unterwegs. Wir shoppen online, bereiten unsere Ferien mit tripadvisor vor und bestellen unser Hotel über ein Buchungsportal. Unsere Informationen suchen wir bei Google. Für den Meinungsaustausch mit weit entfernten Freunden nutzen wir soziale Netzwerke. Unsere nächsten Angehörigen treffen wir im Familienchat. Wettervoraussagen sind online jederzeit und überall für jeden Ort verfügbar. Das Lesen von Strassenkarten haben wir dank GPS-gestützter Informationen schon längst weiterlesen

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Digitaler Jetlag – Kapitel 3

Kulturelle Phasenverschiebung

Welches sind aber nun die Gründe, die diese Proteste befeuern? Haben wir es in der Tat – so alt Bundesrat Blocher – mit einer dekadenten Elite zu tun, die sich von so manchem Professörlein und Ämtchenträger ins Bockshorn jagen lässt und denen es nur um das eigene internationale «Imitsch» geht? Hat unsere Politik die Sorgen der sogenannten kleinen Leute aus den Augen verloren? Werden die grossen Konzerne wie von linker Seite behauptet von einer Horde gieriger Abzocker geführt, die nur an ihre Boni denken? Sind unsere KMU-Unternehmer alles Lohndumper, die im Ausland billige Arbeitskräfte einkaufen? Machen weiterlesen